Im Juni 2011 gab ich meine Hausarztpraxis auf und folgte dem „Ruf der Wildnis“. Erste humanitäre medizinische Einsätze führten mich nach Kenya, es folgten so einige weitere Stationen in bspw. Sierra Leone, Ghana, auf den Philippinen, in Liberia, in Uganda. Meist war ich als Internist und Generalist unterwegs, in Sierra Leone auch mal eine zeitlang als der einzige chirurgisch tätige Arzt der dortigen Buschklinik. In letzter Zeit bemühe ich mich, besonders auch in der Pädiatrie dazuzulernen. Die Einsatzwirklichkeit fordert einen manchmal aber auch auf Gebieten von A bis Z - von Anästhesie über Geburtshilfe bis zum Zähneziehen reichten die Herausforderungen.

Von allüberall schrieb ich "Einsatznachrichten" per Mail an Kollegen, Verwandte und Bekannte in der Heimat. Da ich schon seit einiger Zeit stolzer Besitzer einer eigenen Webseite bin, war es dann ein Leichtes (Ironie), mich zu überreden, RICHTIG modern zu werden und regelmäßig zu bloggen (!) und so meine Erlebnisse der Weltöffentlichkeit zu präsentieren.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.
Herzlichst, Euer Rolf.

Ghana, 12. November 2013

Lange war ja Funkstille …

Eikwe, Ghana

Eikwe, Ghana

… nun gibt es aber endlich wieder ein Signal, diesmal aus Ghana! Als Erstes lasst mich aber zunächst für die, die es nicht so mitgekriegt haben, berichten, weshalb es zu der längeren Sendepause kam: Als ich im Februar aus Sierra Leone zurückkam, war die Pflegesituation für meine Mutter noch schwieriger geworden, als sie es ohnehin schon viele Monate gewesen war – daher musste ich diesen ursprünglich für Juni geplanten Ghana-Einsatz absagen. Ende April verstarb meine Mutter so ausreichend friedlich, wie es erhofft gewesen war. Die bürokratischen und sonstigen unschönen Nachwehen sind nur teilweise bewältigt, Reste davon ziehen sich bis heute hin und werden mich auch nach meiner Rückkehr beschäftigen.
Diesen (relativ kurzen, bis Mitte Dezember dauernden) Einsatz jetzt habe ich aber nun doch – auch wenn das etwas Mühe gekostet hat – verwirklichen können.
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Sierra Leone, 20. Januar 2013

Ruf der Wildnis

Vor einigen Tagen brachte eine knapp 14jährige hier ihr erstes Kind zur Welt und vorige Woche verloren wir eine 15jährige an Eklampsie, einer hochgefährlichen Schwangerschaftskomplikation, die hier in Sierra Leone ihr gehöriges Quantum dazu beiträgt, dass Sierra Leone Vizeweltmeister bei der Müttersterblichkeit ist. Diese 15jährige hatte zusätzlich eine Augendeformität und eine gelähmte rechte Hand. Weiterlesen …

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Sierra Leone, 8. September 2012

Endlich Chefarzt!

Unterricht der Schwesternschüler

Unterricht der Schwesternschüler

Lasst mich wegen manch besorgter Anfrage vorwegschicken: wir leben Alle noch, wir sitzen nicht mal dauernd auf dem Toi und nach dem dritten Fall hat sich kein weiter Choleraverdacht mehr ergeben – wir haben hier also nicht mal ein Rinnsal der Welle abbekommen, die durch Freetown ging. Von Epidemie ist hier also gar nichts zu spüren und wir hoffen jetzt einfach, dass es sich weiter in diesem Rahmen halten wird. Apropos Haltung: die müsst Ihr jetzt annehmen, denn ich habe Euch bislang die grandiose Nachricht meiner Beförderung vorenthalten! Weiterlesen …

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Sierra Leone, 31. August 2012

Cola und Cholera

Party mit Cola

Party mit Cola

Gestern Abend haben wir den bisherigen Medical Superintendent unseres Krankenhauses (jenen alten afrikanischen Doktor mit der seltsamen, teilweise sogar russischen Lebensgeschichte, von dem ich in meinem letzten Einsatz mal berichtete) verabschiedet: die Veranstaltung war so afrikanisch, dass ich Euch kurz davon berichten möchte. Als wir drei German doctors zu der Feier mit schlechtem Gewissen zwanzig Minuten zu spät eintrafen, waren wir die Ersten (!); zwei volle Stunden später war wenigstens die Hauptperson da, aber beileibe noch nicht alle Gäste. Der Getränkelieferwagen hatte einen Platten und der Reservereifen war natürlich nicht aufgepumpt, so dass die Drinks erst noch eine weitere Stunde später eintrafen. Dass war insofern ungünstig, als es irgendwann immerhin schon was zu Essen gab, welches aber so scharf war, dass ich mich fast genötigt sah, unserer norwegischen Laborpraktikantin die Augen manuell zu reponieren. Ich habe dann wohlweislich auf eine eigene Kostprobe verzichtet. Weiterlesen …

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Sierra Leone, 21. August 2012

Raindrops keep falling on my head

Monsun

„Monsun“

Seit ich das Flughafengebäude in Freetown, S.L., verlassen habe, regnet es hier, von wenigen Stunden Unterbrechung abgesehen, fast ununterbrochen. Und zwar nicht wie ein anständiger norddeutscher Sommernieselregen, sondern mindestens so, als hätte man sich unter eine Dusche gestellt und den Hahn auf absolut maximal aufgedreht. Im „Winter“, in der Trockenzeit, hatte ich mich über die knietiefen Betonrinnen, die hier im Krankenhausgelände um jedes Haus herumgebaut sind, etwas gewundert. Seit ich sie jetzt in besonders heftigen Regenanfällen nicht mehr sehe, weil sie überlaufen, wundere ich mich nicht mehr. Weiterlesen …

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