Im Juni 2011 gab ich meine Hausarztpraxis auf und folgte dem „Ruf der Wildnis“. Erste humanitäre medizinische Einsätze führten mich nach Kenya, es folgten so einige weitere Stationen in bspw. Sierra Leone, Ghana, auf den Philippinen, in Liberia, in Uganda. Meist war ich als Internist und Generalist unterwegs, in Sierra Leone auch mal eine zeitlang als der einzige chirurgisch tätige Arzt der dortigen Buschklinik. In letzter Zeit bemühe ich mich, besonders auch in der Pädiatrie dazuzulernen. Die Einsatzwirklichkeit fordert einen manchmal aber auch auf Gebieten von A bis Z - von Anästhesie über Geburtshilfe bis zum Zähneziehen reichten die Herausforderungen.

Von allüberall schrieb ich "Einsatznachrichten" per Mail an Kollegen, Verwandte und Bekannte in der Heimat. Da ich schon seit einiger Zeit stolzer Besitzer einer eigenen Webseite bin, war es dann ein Leichtes (Ironie), mich zu überreden, RICHTIG modern zu werden und regelmäßig zu bloggen (!) und so meine Erlebnisse der Weltöffentlichkeit zu präsentieren.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.
Herzlichst, Euer Rolf.

Philippinen, 7. Juni 2014

…. und der Beweis

Rolfs Sohn hat es tatsächlich geschafft, den Beitrag des Unfalls (s. vorherigen Artikel) auf Youtube ausfindig zu machen – hier kann man Rolf ab ca. 01:04 in den philippinischen Nachrichten bewundern!

Zum Beitrag von GMA News auf Youtube

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A star was born ...

A star was born …

Liebe Alle,
gestern sollte eigentlich, trotz Dienstes, ein erholsamer Sonntag werden. Die Vormittagsstationsarbeit war zwar auch reichlich, aber schaffbar gewesen und ich hatte – bei großer Mittagsschwüle – grade geduscht, als ich von einer Schwester zu unserer Gynäkologin in den Kreißsaal zur Hilfe gerufen wurde. Ich war immer noch spärlichst bekleidet, als sie schon wieder kam und „Emergency, emergency!“ rief und ich – buchstäblich im Laufen noch die Hose hochziehend – losflitzte. 
Im Kreißsaal blutete eine Frau heftigst aus einem Gebärmutterhalsriss. Inzwischen zum Hilfsanästhesisten aufgestiegen, rief ich einer Hebamme die Narkosemitteldosierungen zu und werkelte dann zusammen mit der Gynäkologin über eine Stunde schweißüberströmt an der Frau herum. Schließlich war die Blutung bis auf weiteres gestillt.

Hätt´schlimmer kommen können, dachte ich und freute mich auf eine Atempause.
Aber ich wurde direkt in den Notaufnahmeraum gelotst und es kam schlimmer …
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Philippinen, 11. Mai 2014

Jetlag, Jeepneys und Juwelen

ein sogenannter "Jeepney"

Ein Hauptverkehrsmittel auf den Philippinen – der „Jeepney“

Liebe Alle,
wer von Euch kennt ein Kaff namens Davao??

Keiner?

Dann geht es Euch so wie bisher mir selbst, der ich mir bislang ein ausreichendes geographisches Wissen einbildete …
Das „Kaff“ hat 1,4 Millionen Einwohner, eine Ausdehnung wie der Großraum Berlin und ist die zweitgrößte Stadt der Philippinen (und liegt auf Mindanao, der zweitgrößten philippinischen Insel, die insgesamt 14 Mio. Einwohner hat. Nach Borneo sind es rund 400 km, zur nächsten indonesischen Insel gut 100 km).

Im Inneren dieser Insel, einer gebirgigen Region mit reichlich Regenfall, liegt mein erster Einsatzort: Buda, ein kleines Krankenhaus ohne operative Ausrichtung, 40 bis 50 Betten und ausgerichtet vorwiegend auf Geburtshilfe, Kinder und Tuberkulose. Hier betreibe ich den internistischen Part, später wird es auf eine sogenannte „Rolling Clinic“ gehen, eine zweiwöchige Geländewagentour zur versteckt in den Bergen lebenden eigentlichen Urbevölkerung Mindanaos, den Manyang.

Die Anreise nach Buda nahm mehr als anderthalb Tage in Anspruch: über Frankfurt und Hongkong geht es nach Manila, von dort per Regionalflieger ins oben genannte Davao, dann noch einige Stunden durchrüttelnde Autofahrt. Weiterlesen …

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Liebe Einsatznachrichtenfans, mit „Bella Blog“ ist nicht die ähnlich lautende Fernsehserie gemeint (denn noch wird diese nicht im ghanaischen Fernsehen gesendet), sondern was viel Besseres – auch wenn es zugegebenerweise eher in die Werbepause des Programms passen würde: ist es doch unverschämte Eigenreklame, mit der ich hier+heute hausieren gehe! Um in der Diktion des St.-Martin-Hospitals hier in Eikwe zu bleiben: Jauchzet, frohlocket! Denn sehet: das Internet hat Euch Erkenntnisse beschert! Dem konstanten Nachbohren interessierter Kreise nachgebend, findet sich also nun ein Speicher aller bisher versandten Rundmails etc. und berichte.
Freundin Annette Hartmann www.vor-druck.de sei hiermit gedankt: sie hat das wieder so professionell hochglanzmäßig in Szene gesetzt, dass garantiert keine Persil-Reklame jemals weißer waschend in Erinnerung bleiben wird als diese selbstredend höchstliterarische Nachrichtensammlung!

Kleiner Ausschnitt eines ganz normalen Ambulanztages

Kleiner Ausschnitt eines ganz normalen Ambulanztages

Und hier der erste richtige Blogartikel aus Eikwe:
Amöben, Salmonellen, Hirnhautentzündungen, bis ins Becken reichende Milzen und Lebern sowie ein Polio-Fall(!) bilden die Obertöne im Hintergrundrauschen des stationären Krankheitsgeschehens aus Tuberkulosen, Durchfällen, Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen, Malaria, Schwangerschaftsblutungen, Knochenbrüchen, Leistenbrüchen etc. Weiterlesen …

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Ghana, 21. November 2013

Vom Lernen und Lehren; von A bis Z

Gibbon-Affe St. Martin bei seiner täglichen Visite

Gibbon-Affe St. Martin bei seiner täglichen Visite

Mehrere Anfragen erreichten mich zu „St.Martin“ und wollten ihn mal zu sehen kriegen (tz,tz! Es waren wohl nicht Alle von Euch am 11. November zum Singen auf der Straße??) Hier ist er nun, aufgenommen vom hiesigen Anästhesisten – draußen im Gelände ist dieser unstete, hyperaktive Geselle kaum porträtierbar.
Das Stichwort „hyperaktiv“ bringt mich, wie letzthin versprochen, zu all den Krankheiten, die mir allein in den ersten 2 Wochen untergekommen sind.Für die (tropen-)medizinisch Interessierten hier zunächst eine trockene reine Auflistung, fast komplett von A bis Z: Weiterlesen …

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