… wearing different clothes again
Davy’s turning handouts down
To keep his pockets clean
… Shut the door, cut the light
Davy won’t be home tonight“
Liebe Alle,
Grüsse aus Westbengalen/Indien!
Diesen Liedtext kennen wahrscheinlich viele von Euch. Ihn zitiere ich insbesondere für die „Alt-Abonnenten“ der Bella-Blog-Einsatzberichte: Denn wenn Ihr statt „Davy“ kurzerhand „Rolfi“ setzt, beschreibt das in Kürze eigentlich schon den Stand der Dinge.
Aber warum war Funkstille nach meinem letzten Einsatz in Kalkutta/Indien 2019? Kurz skizziert war es so, dass ich zwar im Frühjahr 2020 ein neues German-Doctors-Projekt in Kenya miteröffnen sollte – aber dann kam Corona…
Ihr erinnert Euch: damals hatte Covid-19 ja noch solche Wucht, dass viele Betroffene im Krankenhaus und einige auf der Beatmungsstation oder im Sarg landeten. Fast alle Länder schlossen ihre Tore und zogen die Zugbrücken hoch: in Kenya hätte ich bei Einreise erst mal 3 Wochen in ein Hotel in Quarantäne gehen müssen & nach Rückkehr nach Deutschland wären es auch noch mal 15 Tage (wenn ich es recht erinnere) Isolation daheim gewesen („in Ketten im Keller“ witzelten wir damals).
Also wurde das Projekt auf Eis gelegt und der Einsatz abgesagt. Und als nun mein Kollege, mit dem ich mir damals den Inselarzt-Job auf Pellworm turnusmäßig teilte, wegen der Pandemie in den Krisenstab des Ärztekammer Schleswig-Holstein gerufen wurde, war ich eh fest angebunden und musste die Inselarbeit, abgesehen von seltenen kurzen Vertretungen, alleine machen.
Auch später, nach dem Abklingen der Pandemie, war dann keine Zeit mehr für solche Einsätze von ja wenigstens 6 Wochen Dauer – bis jetzt:
Denn seit Februar bin ich nun im sogenannten Ruhestand – und ehe gar Langeweile aufkommt (Scherz: in Wirklichkeit habe ich da wenig Sorgen) stapeln sich beinah schon Reise- und eben Einsatzpläne.
So bin ich jetzt im Bezirk Jhargram/WestBengalen gelandet, wo German Doctors ein Rolling Clinic Project betreibt. Es besteht darin, dass wir zwar ein zentrales Wohnquartier haben (und nicht, wie damals auf Mindanao/Philippinen jede Nacht woanders schlafen), aber in einem Zweiwochenrhythmus jeden Tag ein anders Dorf besuchen.
Dort machen wir vormittags Sprechstunde – manchmal in Gebäuden oder Hütten, manchmal unter einem schattigen Baum. Nachmittags findet Unterricht für CHVs (Community Health Volunteers) statt -denn das ist Teil des Konzeptes für dieses GD-Project: An jedem der täglich wechselnden Standorte unsere Rolling Clinic kommen aus den nahegelegen 6 bis 10 Dörfern der Umgebung neben den Patienten auch diese freiwilligen Laien, die vor Ort eine Rolle als wenigstens Ratgeber und Helfer in Gesundheitsfragen darstellen sollen. Für dies allmähliche Weiterbildung hat jeder von uns seinen Vortragsteil vorbereitet.
Aber darüber demnächst mal mehr. Heute zunächst nur viele Grüsse für Euch und ein paar bildliche erste Eindrücke aus Indien,
Euer R.










