Im Juni 2011 gab ich meine Hausarztpraxis auf und folgte dem „Ruf der Wildnis“. Erste humanitäre medizinische Einsätze führten mich nach Kenya, es folgten so einige weitere Stationen in bspw. Sierra Leone, Ghana, auf den Philippinen, in Liberia, in Uganda. Meist war ich als Internist und Generalist unterwegs, in Sierra Leone auch mal eine zeitlang als der einzige chirurgisch tätige Arzt der dortigen Buschklinik. In letzter Zeit bemühe ich mich, besonders auch in der Pädiatrie dazuzulernen. Die Einsatzwirklichkeit fordert einen manchmal aber auch auf Gebieten von A bis Z - von Anästhesie über Geburtshilfe bis zum Zähneziehen reichten die Herausforderungen.
 
Von allüberall schrieb ich "Einsatznachrichten" per Mail an Kollegen, Verwandte und Bekannte in der Heimat. Da ich schon seit einiger Zeit stolzer Besitzer einer eigenen Webseite bin, war es dann ein Leichtes (Ironie), mich zu überreden, RICHTIG modern zu werden und regelmäßig zu bloggen (!) und so meine Erlebnisse der Weltöffentlichkeit zu präsentieren.
 
In den Zeiten zwischen den Einsätzen freue ich mich über Aufträge als Hausarztvertreter oder Vertretungsarzt in Krankenhäusern, im weiteren Umkreis von Hannover. Mehr Informationen hier Hausarztvertretung Dr. Rolf Gehre
 
Ich freue mich auf eure Kommentare und wünschen viel Spaß beim Lesen.
Herzlichst, Euer Rolf.

Sierra Leone, 14. Mai 2017

Kopflastig

Liebe Alle,

ähnlich wie auf dem Bild abgebildet ist meine derzeitige neue Aufgabe eher kopflastig und erfordert zusätzliche, fast schon weibliche 😉 multitasking-Fähigkeit:

Nach mehr als drei Jahren Abwesenheit bin ich wieder zurück an meiner alten Wirkungsstätte, dem Serabu Community Hospital in Sierra Leone – wie ehedem abgelegen im Regenwald und 3 Stunden Schlammpiste von der nächsten Asphaltstraße entfernt. Alles war schnell wieder vertraut und „drin“: der Geschmack von Palmöl im Essen, das Rascheln der Moskitonetze in der Nacht, den staksigen Gang mit festem Schuhwerk und Tritt, den man hier nachts auf dem Gelände wegen der ungeliebten und sich manchmal am Wegrand kringelnden Mitbewohner drauf hat – usf.

Mein Aufgabengebiet ist aber diesmal neu und fordert viel weniger Arbeit der Hände als vorher, sondern mehr den Kopf (und die Nerven…): ich vertrete die urlaubende Langzeitärztin als sogenannter Medical Superintendent. Das bedeutet, dass ich u.a. lauter Liste führen darf, sowie Statistiken zu erstellen, Personalentscheidungen zu treffen, den Krankenhausablauf zu organisieren, für Nachschub und Reparaturen zu sorgen, an Dienstbesprechungen teilzunehmen, mit den deutschen Geldgebern (German Doctors in Bonn) zu kommunizieren habe etc etc.

Also genau das – Ihr habt es sicher schon erraten – was ich an der Medizinarbeit am meisten liebe…

Immerhin genieße ich aber auch gebührend die Verbesserungen, die hier in Serabu inzwischen vorhanden sind: so haben wir jetzt nicht nur fast immer elektrischen Strom dank Solaranlage, auch kommt aus den meisten Wasserhähnen Wasser und aus den Autoklaven sterilisiertes Material, vor allem aber – und für mein derzeitiges Aufgabengebiet besonders wichtig – gibt es jetzt eine ungleich viel bessere Internetverbindung als früher: eine riesige Satelitenschüssel stellt eine Verbindung (ausgerechnet nach Luxemburg !?!) her.

Eine weitere neue technische Errungenschaft ist ein digitales Röntgengerät, für das ich Ersatzteile in meinem Fluggepäck dabei hatte. Nun kann ich ja bereits, im Rahmen all der Einsätze, auf eine lange Liste an Hilfsarbeiten von A wie Anästhesie bis Z wie Zähneziehen zurückblicken, aber damit, dass nach nun erfolgter Röhrenreparatur, auch R wie Röntgen-Assistent hinzukommen würde, hatte ich nicht unbedingt gerechnet. Eine Handvoll eigene Bilder habe ich inzwischen „geschossen“.

Apropos mitgebracht: leider hat nur einer von zwei Koffern den ganzen Weg bis Sierra Leone geschafft – ausgerechnet der mit meinen persönlichen Dingen hängt irgendwo im Nirvana zwischen Hannover – Paris- Freetown – Conacry… Daher gehört zu meinen multitasking-Aufgaben u.A. mehrfaches Waschen der ganzen 2 Hemden und der 1 Hose, die ich zur Verfügung habe (während Socken naheliegenderweise verzichtbar sind und mir die hiesigen Kollegen netterweise mit Unterhosenspenden ausgeholfen haben ;-)).

Chefarztvisiten, da hier unbekannt, brauche ich nicht zu machen, aber die Ambulanz hängt an meiner Backe, täglich mache ich auf wechselnden Stationen eine Visite mit und hoffe, dass Alles gut geht: derzeit haben wir keinen Anästhesisten und keinen Gynäkologen – ab übernächste Woche kommt zwar einer, dafür wird uns dann 1 Woche der Chirurg fehlen.

Hoffen wir das Beste, liebe Leser, drückt mir also mit die Daumen,
Euer R.

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Sudan, 28. März 2017

Beim Klirren der Ketten

Liebe Alle,

wenn Euch der Titel dieses Beitrages seltsam vorkommt, dann geht es Euch wie mir vor ca. 3 Monaten, als ich gebeten wurde, die Medikamentenliste für den jetzigen Einsatz zu prüfen:

Es sollte sich bei diesem Einsatz für die Kaufbeurener Hilfsorganisation Humedica darum drehen, im Rahmen des „Prison Fellowship International“(PFI)-Programms Besuchsreisen von Gefängnissen in Ländern Asiens und Afrikas durchzuführen, in denen rechtliche und gesundheitliche Standards noch unterentwickelt sind. Richtig viel konnte ich mir, da ich das erste Mal auf solch eine Mission gehen würde,darunter noch nicht vorstellen. Warum aber auf dieser Medikamentenliste unter anderem Kindersäfte, gebrauchte Brillen, Seifenstücke und auch Hämorrhoidalcremes standen, fand ich arg seltsam.

Zwar gab ich meinen gewünschten medizinischen Erfahrungssenf zu den ausgewählten Erwachsenenmedikamenten dazu, aber was die eben bspw. genannten vier Dinge anbetrifft, war ich vor ihrem kühnen Streichen von der Liste weise genug, jemand anzurufen, der diese PFI-Einsätze schon oft gemacht hat.

Und inzwischen kann ich berichten, wozu diese Sachen gut sind:

Es verschlug mich, als Teil eines achtköpfigen Teams, in den Sudan – in ein Land, dessen Staatspräsident charmanterweise vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag steckbrieflich gesucht wird (bei ernsthafter Fahndung biete ich gern sachdienliche Hinweise an…) und das schon vor Donald (leider nicht: Duck)´s Visaablehnungsplänen auf G.W. Bushs Liste der Schurkenstaaten stand und nur unter dem Eindruck des seinerzeit schon von Clinton eingeleiteten Embargos ja nicht nur Osama Bin Laden endlich des Landes verwies und bekanntlich nach Afghanistan abschob, sondern schließlich auch dem Wiederzulassen der Arbeit der UN und anderer Hilfsorganisationen, aber auch solchen Öffnungen wie eben dem PFI-Programm zustimmte.

Inzwischen wurde im Sudan nicht nur Gold, sondern auch Öl gefunden und das Land begibt sich auf den Weg zur Wohlhabenheit: wie lange es daher hier so etwas wie das PFI-Programm (aus dem sich die Amerikaner jüngst zurückgezogen haben) noch geben wird, ist zweifelhaft… Noch weniger Chancen bestehen für eine Aufgabe des Scharia-Rechtssystems in irgendeiner absehbaren Zeit.

Vor diesen Kulissen spielt sich hier unsere Arbeit ab – und die ist, das wissen alle Beteiligten, nicht frei von theaterhafter Inszenierung: die Regierung wählt die Gefängnisse aus, in die wir gehen dürfen, was sicher größtenteils erklärt, warum wir kaum unterernährte Gefangene sehen. Es ist deshalb auch klar, dass wir einerseits zwar eine Feigenblatt-Rolle für das Regime spielen nach dem Motto „Seht her, wir lassen sogar Ausländer unsere Gefängnisse besuchen!“, andererseits sind wir aber für zweieinhalb bis dreitausend Gefangene in diesem Land die fast einzige Chance für sehr lange Zeit für etwas menschliche und gesundheitliche Zuwendung (die man in hiesigen Knästen nur bekommt, wenn man gut dafür bezahlen kann).
Und dadurch, dass diese PFI-Besuche gelegentlich wiederholt werden, geben sich wenigstens die aufgesuchten Gefängnisse ein Minimum an Mühe, nicht allzu auffällig da zu stehen – was ja wiederum den Insassen zugute kommt.

Deren Los lasst mich ein wenig schildern.

Vorweg zur heutigen Überschrift: die zum Tode verurteilten bekommen die abgebildeten (und nur heimlich fotografierbaren) Fußketten angelegt und, wie uns erklärt wurde, i.d.R. erst nach ihrer Exekution abgenommen. Wie weiter erklärt wurde, wird mit der Hinrichtung bei Mördern oder Vergewaltigern aber 7 Jahre gewartet: falls des Täters Familie bis dahin die (wohl recht hohe) Buß-Summe zugunsten der Familie des/der Geschädigten zusammen hat und diese die Zahlung annimmt, kann der Täter begnadigt werden, ansonsten wird er gehängt.

Der Klang jener Ketten, wenn diese Menschen zu unseren Untersuchungs- und Behandlungsorten kamen, hat sich auch einem unmusikalischen Gehör wie dem meinen dauerhaft eingeprägt: dabei die Konzentration zur Arbeit zu behalten, ist nicht immer einfach.


Man kann zur Todesstrafe auch beim Übertritt vom Islam zum Christentum verurteilt werden – dann jedoch ohne solche Rückzahlungschance. Dafür wird das Handabhacken bei Diebstahl gar nicht mehr und die Steinigung der Frau bei Ehebruch nur noch selten durchgeführt.

Wie gesagt, wir sind mit Sicherheit hier in Vorzeigegefängnissen unterwegs. Dennoch ist die Seife ein gern genommener Artikel bei den vielen Kontaktenge-bedingten Hautkrankheiten.
Und mit Kontaktenge will ich auch nur angedeutet haben, warum in den Männergefängnissen grade die jüngeren Insassen (ab 15 Jahren bereits) manchmal schmerzlindernde Hämorrhoidencremes brauchen.

Wozu nun die Kindersäfte und die Brillen?

Zu den Traditionen der PFI-Einsätze gehört es, auch die Gefängniswärter und ihre Familien auf Wunsch mitzubehandeln – das klingt zwar seltsam, ist aber begründet: besonders die unteren Dienstgrade der Wärter sind oft selbst arme Schlucker und das Gefühl, die Gefangenen würden mehr Vorteile genießen und mehr Wohltätigkeit abbekommen als ihre Wärter, würden die Insassen wiederum sicher bald büßen müssen.
Dabei gehen, bei den Wärtern wie bei den Gefangenen, die Brillen weg wie warme Semmeln – ich hätte es mir in diesem Ausmaß nie vorstellen können! Aber wer viele Jahre schon nicht mehr klar gucken oder lesen kann, nimmt viel lieber eine nur halb passende Brille als gar keine.

(Schmeißt also in Zukunft Eure nicht mehr benötigten Brillen nicht mehr weg, sondern lasst sie mir zukommen oder Humedica direkt! Humedica e.V., Goldstrasse 8, 87600 Kaufbeuren)

Natürlich sind u.A. für diese Familienmitversorgung die Kindersäfte geplant. Aber da wir auch weibliche Gefängnisinsassen besuchen, komme ich hiermit zu einem weiteren hart aushaltbaren Faktum: so wenig sicher man ist, auf welcher Beweislage die Frauen verurteilt wurden, so gibt es auch bei Ihnen eine gewisse Anzahl Trägerinnen von Fußketten – und wenn manche von Ihnen dann ein kleines Kind auf dem Arm zu unserer Behandlung hereintragen, sind trübsinnige Gedanken nicht fern. Zudem bekommt man noch zu wissen, dass alle gefangenen Frauen ihre Kinder abgeben müssen, sobald diese ganze zwei Jahre alt sind…

Das Erreichbare, was hier und unter diesen Umständen machbar ist – und das ist zum Wenigsten ein ganzes Stück mehr als nichts – gereicht uns aber hier zur Kompensation und motiviert zum unverdrossenen Weitermachen.
Und immerhin haben wir im Nebenher sogar noch drei touristische Highlights zu sehen bekommen:
den Zusammenfluss vom Weißen Nil und Blauen Nil bei Khartoum, Kamelherden und das Rote Meer bei Port Sudan.

So machen wir das Beste draus und in diesem Sinne:
hamdulillah salaam (arab.: willkommen) zum nächsten Bericht, dann wahrscheinlich wieder mal aus Sierra Leone,
Euer R.

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Bangladesh, 8. Dezember 2016

Advent, Advent – kein Lichtlein brennt

Liebe Alle,

inzwischen zieht auch hier in Bangladesh der Winter ein – jedenfalls das, was hier Winter genannt wird. Das heißt nicht, dass ich schon Schnee schippen musste, aber frühmorgens kann es schon mal um die 20, ein Mal sogar 18° „kalt“ sein. Die Geräuschkulisse hier besteht – unangenehmerweise schon morgens um 5 Uhr – aus dem ersten Gebetsaufruf des Muezzins (plus den expektorierend wirkenden Begleitgeräuschen seiner museumsreifen Lautsprecheranlage) statt aus Jingle Bells oder Vom Himmel hoch da komm ich her.

Adventsdeko, Weihnachtsmärkte und Tannenbaumverkäufer haben wir ja auch gar nicht erwartet, Schokolade würde eh schmelzen und ist aus Figurgründen sowieso verboten. Den Speiseplan bewältigen wir problemlos auch ohne Gans, Spekulatius und Marzipankugeln (wobei ich über Letztere mit mir handeln ließe…), sondern kommen mit der stark reislastigen und weitgehend vegetarischen Kost hier gut zurecht.

An den freien Tagen haben wir inzwischen auch ein wenig vom Landesinneren sehen können: fast überall pfannkuchenplatt, sehr grün, viel Wasser, extrem fruchtbar. (Quizfrage zwischendurch: welches Land hat mehr Einwohner: das riesige Russland oder das kleine Bangladesh? (Na, wenn ich schon sooo frage …) Eine Flussfahrt den Brahmaputra runter, Landvillen aus der Moghul- bzw Maharaja-Zeit im Norden, Teeplantagen, eine Begegnung mit Arbeitselefanten waren sehr willkommene Abwechslungen zum inzwischen zwar gewöhnten, aber immer noch grauen, staubigen, übervollen Stadtmoloch Dhaka. Über den Verkehr dort könnte ich noch ewig weiter palavern und Euch zig Bilder von skurrilen oder scheinbar soeben erst dem Automuseum oder dem Schrottplatz entsprungenen Fahrzeugen schicken. Aber das würde hier den Rahmen ja sprengen und außerdem hattet Ihr davon schon eine Kostprobe.

Dr. Rolf Gehre, Einsatz Bangladesh

Lieber und anlassbezogener und wie versprochen berichte und illustriere ich etwas zur Arbeit:
die Herausforderung liegt hier weniger im medizinischen Bereich als mehr in klimatischen, in kulturellen und in einsatzortbezogenen Faktoren. So arbeiten wir hier teilweise nur 3 m von vorbeidonnernden Zügen entfernt in Wellblechhütten, die zu Mittag Temperaturen erreichen, die wahrlich nicht mehr der deutschen Arbeitsstättenverordnung entsprechen. Der bei Regenausfall überall schwebende Staub, die Smogwetterlagen, der Rauch aus den offenen, in den Hütten brennenden Feuerstellen tragen bei uns zu Husten und bei den dort Wohnenden zu einer sehr hohen Prävalenz an Asthma, COPD und anderen Atemwegserkrankungen bei. Krätze, Allergien, Hautpilze, bakterielle Hautentzündungen sind unser tägliches, reichliches Rätselbrot – besonders da sie keineswegs immer einzeln, sondern öfters in Kombination vorkommen. Hinzu kommen noch der – aus genetischen Gründen auf dem indischen Subkontinent sehr häufige – Diabetes mellitus sowie vielfältige Mangelerscheinungen: besonders an Eisen und Zink und Jod, aber auch B-, D- und A-Vitamine. Dieser Tage habe ich sogar den ersten (wahrscheinlichen) Fall von Skorbut in meinem Leben gesehen (entsteht durch Vitamin-C-Mangel). Nach längerer Zeit ist mir auch mal wieder eine Mikrofiliariose (eine Elefantiasis genannte Extremitätenschwellung durch eine von Mücken übertragene Miniaturwurmerkrankung) untergekommen und eine Haut-Leishmaniose (ein tropisches Hautgeschwür, Karl-May-Lesern als Aleppo-Beule bekannt).

Dr. Rolf Gehre, Einsatz Bangladesh

Abhören, Bauchuntersuchen u.v.m. geht aus kulturellen Gründen und bei völlig fehlender Privatsphäre an unseren Behandlungsorten meist nur durch die Kleidung hindurch. Wie in anderen Ländern auch, haben die Patienten in Bangladesh ebenfalls ihre „Mode-Erkrankungen“ oder für eigentlich andere Dinge stehende Metaphern: „gastric“, „weakness“, „fever at night“, „all body pain“ gehören bspw. dazu, ebenso die Zeitangaben: 5, 10, oder noch mehr Jahre Fieber zu haben oder „weight loss“, gehört hier zu den ungerührt vorgetragenen Schilderungen. Apropos Schilderung: auch wenn ich inzwischen einige Symptome usw. selbst auf Bangla abfragen kann, spricht von der sowieso zu 40% noch analphabetischen Bevölkerung maximal 1% Englisch, obwohl das hier offiziell die zweite Amtssprache ist.

Die Folgen von Betelnuss-GenussEin erschreckend häufig auftauchendes Bild sind die vom Betelnuss-Kauen zerstörten Zähne und Zungen. Aber die Stimulation und die hungervertreibende Wirkung durch den kleinen Rausch lassen es das wohl vielen Leuten für wert erscheinen. Bild zum Vergrößern anklicken. Warnung an Nicht-Mediziner: Der Anblick ist gewöhnungsbedürftig!
(Auch unser Busfahrer bei der Fahrt in den Norden Bangladeshs schob sich vorm Losfahren erst mal´n ordentlichen Priem in die Backentasche. Selbst Polizisten frönen diesem Brauch). Malaria gibt es hier nur saisonal in der Regenzeit – derzeit also nicht und das erleichtert sehr vieles. Tuberkulose ist weniger oft als erwartet, HIV ganz wesentlich seltener als es in Afrika ist und in Indien sein soll; auch echte Unterernährung ist seltener, als ich erwartete: so wie zur vergleichsweise geringen Durchfallhäufigkeit trägt auch dazu wohl, neben der zwar nur rudimentären aber immerhin in Ansätzen vorhandene Kanalisation, die bessere Trinkwasserversorgung als in manch andern Ländern bei. Hier ist das halb amphibische Land Bangladesh dann mal im Vorteil.

Dr. Rolf Gehre, Einsatz Bangladesh

Kurz vor Weihnachten werde ich dann auch wieder in Deutschland sein, um fleißig mein Quantum an Keksen und Schokokringeln nachzuholen; bis dahin wünsche ich Euch noch eine beschauliche und schöne Adventszeit!

Euer R.

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Bangladesh, 11. November 2016

Wo freitags immer Sonntag ist

Liebe Alle,

zwischen dem Verkehr in deutschen Großstädten und dem in Dhaka bestehen doch, wie ich in mehreren Stau-Steh-Stunden recht gründlich feststellen konnte, gewisse Unterschiede. Nicht nur, dass hier zwar mehrheitlich, aber keineswegs ausschließlich links gefahren wird – vor allem ist es das, was sich an Fahrzeugen (plus Fußgängern plus Hunden plus Ziegen) auf den Straßen tummelt, was den großen Unterschied ausmacht.
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Uganda, 16. April 2016

Zucht und Ordnung

"Ja, mer san mim Radl da ..."

„Ja, mer san mim Radl da …“

Schüler in Deutschland, Ihr Weicheier, hört auf, Euch zu beschweren!! Was Ihr so als Stress bezeichnet – dem will ich mal gegenüberstellen, wie der Alltag in der hiesigen St Gertrude’s School in Mutolere/Uganda aussieht. In dieser katholischen Mädchen-Internatsschule, aus der ich manchmal Patienten hatte, sieht der Alltag montags bis samstags so aus: Weiterlesen …

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